Keine Abwrackprämie für die Zukunft!

Klaus Toll • 27 Mai 2020
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Symbolische Autoübergabe an Staatssekretär Weigert, Unterstützung der Position des AUDI-Betriebsratsvorsitzenden Mosch durch Parents for Future Schrobenhausen
Abwrackprämie

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordert in der Corona-Krise weiterhin Zahlungen des Staates für die Käufer von neuen Autos in Deutschland. Ebenso fordern dies die Ministerpräsidenten Söder, Kretschmann und Weil, in deren Bundesländern große Werke der deutschen Autofirmen stehen. Was diese drei aber offenbar nicht bedenken, ist die Tatsache, dass zwei Drittel aller in Deutschland produzierter PKW ins Ausland exportiert werden. Für diese Fahrzeugproduktion würde es keine staatliche Förderung geben. Ein erheblicher Teil der von den fünf deutschen Autofirmen Audi, BMW, Daimler, Opel und VW in Deutschland verkauften Autos werden im Ausland produziert, z.B. in USA. Damit würde Deutschland die Autoproduktion deutscher Firmen im Ausland fördern.

AbwrackprämieDies bedeutet, dass die angedachte Kaufprämie nur zu etwa einem Viertel für in Deutschland produzierte Fahrzeuge gezahlt wird. Der allergrößte Teil der staatlichen Zahlungen würde ins Ausland fließen, ohne für die Beschäftigten im Inland einen Nutzen zu haben. Profitieren würden lediglich die Besitzer und Aktionäre der Autofirmen, die aber derzeit nicht einmal bereit sind, auf Dividendenzahlungen zu verzichten. „Indirekt würde der deutsche Staat die Dividenden der Autokonzerne an ihre Aktionäre bezahlen“, ist man sich bei Parents for Future Schrobenhausen (P4F SOB) einig. „Genau das wollen wir verhindern“, sagt Renate Schwäricke, eine Sprecherin der P4F SOB, Mutter von drei Kindern, “und deshalb übergeben wir an unseren Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert eine Schachtel mit alten Spielzeugautos, Kuscheltieren und anderen abgewrackten Dingen und Briefen der Kinder, ihren Eltern bzw. Großeltern”. P4F SOB bitten Weigert, die Gaben bei der nächsten Ministerratssitzung an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und den Ministerpräsidenten Markus Söder zu übergeben. “Wir verzichten jedoch ausdrücklich auf die Zahlung einer Prämie sondern fordern viel mehr Investitionen in klimafreundliches Wirtschaften für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder”, erläutert Klaus Toll (Sprecher P4F SOB) die Aktion. Bundesweit machen Parents for Future auch den Ministern Kretschmann, Weil, Laschet und Scheuer im Vorfeld der Bundestagsdebatte solche Geschenke, “damit die Minister nicht nur von der Auto-Lobby Geschenke bekommen”.

​​„Damit möchten wir regional auch die Position von Peter Mosch, Audi-Betriebsratsvorsitzender, bekräftigen, der sich am 12. Mai in der Süddeutschen Zeitung gegen eine Abwrack-Prämie aussprach“, ergänzt Robert Huber (Sprecher P4F SOB). Um die Autoindustrie zu unterstützen, sei es sinnvoller Geld in die Erforschung alternativer Fahrzeugantriebe oder klimafreundlicher Mobilität zu investieren.

 

 

 

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